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Losnr.:639 (Deutschland)
Titel:Wiedaer Hütte AG
Auflistung:Namens-Aktie 100 DM 15.11.1956 (Auflage 1185, R 8).
Ausruf:50,00 EUR
Ausgabe-
datum:
15.11.1956
Ausgabe-
ort:
Wieda im Harz
Abbildung:Wiedaer Hütte AG
Stücknr.:44
Info:Im Zusammenhang mit dem 1127 gegründeten Kloster Walkenried wurde Wieda erstmals als Schmelzhütte dieses Klosters genannt. Einen Ort Wieda gab es bis ins 16. Jh. jedoch nicht. Erst durch die Bergfreiheit der Grafen von Hohnstein (1521) war die Möglichkeit für die Ansiedlung geschaffen. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes von 1525 zogen aufrührerische Bauern aus dem Thüringischen in den Harz, wo ihnen die Bergfreiheiten persönliche Sicherheit garantierten. Größeren Aufschwung nahm der Ort, nachdem 1569 die Zinnobergrube Sonnenglanz reichliche Ausbeute an Quecksilber gab. Für das Jahr 1562 ist erstmals eine Eisenschmelzhütte in Wieda bezeugt, deren Bedeutung eng mit der Gewinnung des Eisenerzes aus dem Kirchberggang im Kastental zusammenhängt. Zu Beginn des 17. Jh. wurde der seinerzeit höchste Hochofen im braunschweig-blankenburgischen Harz mit einer Höhe von 6,84 m errichtet. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) machte dem gesamten Bergwerkswesen in Wieda ein Ende und das Dorf verarmte. 1789 bekam Wieda einen neuen Hochofen und die damalige Wiedaer Hütte (zu der auch die Hammerschmiede gehörte) im Jahre 1803 einen neuen und großen Staudamm am Ende des Ortes in Richtung Braunlage. Um 1820 war die Wiedaer Hütte unterbesetzt und die obere Hammerhütte, die Hammerschmiede, wurde wegen Unwirtschaftlichkeit weitgehend aufgegeben und 1873 endgültig aus der Hütte ausgegliedert. Im 19. Jh. wanderten viele Wiedaer nach Amerika aus, da seit dem Beginn des Jahrhunderts ein Rückgang der Eisenindustrie sowie ein allgemeiner wirtschaftlicher Niedergang einsetzte. Dies führte auch dazu, dass man den zwischenzeitlich erneuerten Hochofen 1863 abbrach. Unter Führung eines Herrn Preen half sich die Arbeiterschaft schließlich selbst und betrieb ab 1875 die Hütte als Produktiv-Genossenschaft in Form einer AG unter vorwiegender Beteiligung der Arbeiter, der Angestellten und der Ortseinwohner. Hergestellt wurden Zimmeröfen, Gußherden, Dach- und Stallfenstern. Bald erlangten die Wieda-Öfen eine große Bekanntheit. 1899 wurde vornehmlich zur Stärkung der Wirtschaft die Schmalspurbahn Walkenried-Braunlage/Tanne gebaut, die die Wiedaer Hütte mit dem an der Südharzstrecke gelegenen Bahnhof Walkenried verband. Der Betrieb wurde schließlich 1972 eingestellt. Das Gelände der Wiedaer Hütte brannte bei einem Großbrand am 23. Juli 1973 fast vollständig aus und wurde ab 1975 zu einem Kurpark mit Tennishalle umgestaltet.
Besonder-heiten:Mit Abb. von Hammerschlegeln und dem Harzer Wahlspruch “Es grüne die Tanne, es wachse das Erz, Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz!”.
Verfügbar:So gut wie gar nicht mehr erhältlicher Regionalwert. (R 8)
Erhaltung:EF
Zuschlag:50,00 EUR
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