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Losnr.:7 (Deutschland)
Titel:AG für Federstahl-Industrie vormals A. Hirsch & Co.
Auflistung:Aktie 600 RM 30.11.1929 (kpl. Aktienneudruck, Auflage 1440, nach Kapitalherabsetzungen zuletzt noch 625, R 7).
Ausruf:40,00 EUR
Ausgabe-
datum:
30.11.1929
Ausgabe-
ort:
Kassel
Abbildung:AG für Federstahl-Industrie vormals A. Hirsch & Co.
Stücknr.:1159
Info:Gegründet 1859 (Corsettfedernfabrik A. Hirsch & Co.), 1886 in eine AG umgewandelt. Der Unternehmer Siegfried Hirsch (gest. 22.7.1903) hatte als einer der ersten Stahleinlagen für Korsetts als Ersatz für Fischbein produziert und damit die Marktführung in Deutschland erlangt. Danach hatte die Ges. eine außerordentlich bunte Geschichte: An der Wende zum 20. Jh. betätigte sie sich neben der Federstahlproduktion in Kassel, Aschersleben und Wiesensteig (letztere beiden Zweigwerke 1926 geschlossen) auch im Betrieb von dutzenden Gas- und Elektrizitätswerken in Luxemburg, Ottendorf-Moritzdorf i.Sa., Ostheim v.d.Rhön, Thurn (Tschechoslowakei) sowie die Werke der “Hassia Gas- und Elektrizitätsbetriebs-Ges.” in Nordhessen und im südlichen Harzvorland (davon 5 im Jahr 1920 in die neu gegründete “Vereinigte Licht- und Kraftwerke AG” in Osterode/Harz eingebracht, welche 1925 mit Verlust verkauft wurde). 1930 Umfirmierung in “Federstahl AG”. Erzeugnisse des Werkes in der Sickingen-Str. 28 (zwischendurch Sedanstraße genannt): Federbandstahl, Bandeisen, elektrotechnisches Installationsmaterial, Federn, Fahrradzubehörteile, Stanz- und Ziehteile u.v.m. Großaktionär der bis 1927 in Berlin börsennotierten AG war mit zuletzt 91 % der Dortmunder HOESCH-Konzern, an den die Federstahl AG 1937 auch per Organvertrag mit Garantiedividende für die wenigen außenstehenden Aktionäre fest angebunden wurde. Was im Börsenhandbuch der 1930er Jahre kryptisch als “Erweiterung des Maschinenparks zwecks Herstellung von Spezialfabrikaten” umschrieben ist, war in Wahrheit der Einstieg in die Rüstungsproduktion: Schon 1934 waren die stillliegenden Werksanlagen der Harzer Werke “Glück Auf” in Silberhütte bei St. Andreasberg gekauft worden (wo bis 1912 Erze der Grube Samson verhüttet worden waren) sowie Grundstücke der Kistenfabrik St. Andreasberg GmbH. 1936 wurde hier die Produktion aufgenommen: Werk I erzeugte Infanteriemunition für das Standardgewehr der Wehrmacht (die ebenfalls geplante Produktion von Stahlbooten kam dagegen nicht zu Stande), Werk II Ladestreifen für Gewehrmunition und Werk III (verpachtet an die Schmiedag AG, Hagen i.W.) Geschoßhülsen für Artilleriemunition. Bei Kriegsende waren hier 1.140 Menschen beschäftigt, davon mehr als 2/3 russische Zwangsarbeiter. 1945 wurden die Anlagen geplündert und sofort demontiert. 1951 Beschlagnahmung durch die Alliierte Hohe Kommission, 1952 Übertragung auf die im Zuge der Entflechtung der deutschen Stahlindustrie neu gegründete Hohenlimburger Walzwerke AG als deren Zweigniederlassung. Hoesch Hohenlimburg gehört heute zu ThyssenKrupp, den Standort Kassel gibt es nicht mehr.
Besonder-heiten:Lochentwertet (RB).
Verfügbar:R 7
Erhaltung:VF+
Zuschlag:offen
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