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Losnr.:712 (Deutschland)
Titel:Vox-Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG
Auflistung:Aktie 100 RM Febr. 1928 (Auflage 1000, R 3).
Ausruf:46,00 EUR
Ausgabe-
datum:
01.02.1928
Ausgabe-
ort:
Berlin
Abbildung:Vox-Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG
Stücknr.:40
Info:Gegründet 1921 durch Otto Klung, AUGUST STAUCH und Curt Stille zwecks Vertrieb von Schallplatten und Walzen sowie von Sprechmaschinen aller Art, außerdem von 17,5-cm-Schellackplatten mit Präge-Porträts ohne Mittelloch, die nur mit einem mitgelieferten Spezialteller abgespielt werden konnten. Hauptinvestor und Aufsichtsratsvorsitzender war August Stauch, der in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika im Diamantengeschäft ein Vermögen gemacht hatte (Stauch fand 1908 als Eisenbahn-Angestellter den ersten Diamanten im Wüstensand vor Lüderitz). Vom Hauptsitz der Firma im sogenannten Vox-Haus (Berlin, Potsdamerstraße 39 A) wurde am 29.10.1923 die erste deutsche Radiosendung ausgestrahlt. Als Handelsmarke wurde der Name “Vox” (lateinisch: Stimme) gesetzlich geschützt. Das Markenzeichen wurde von einem professionellen Werbegraphiker entworfen, dem Kunstmaler Wilhelm Deffke. Diesem gelang mit einem stilisierten Negerkopf, dessen Wulstlippen zum Schreien weit geöffnet sind, eines der beeindruckendsten Logos in der Geschichte der Schallplattenindustrie, ein Meilenstein des Art Déco. Innerhalb von drei Jahren konnte die Vox-Gesellschaft ein eindrucksvolles Repertoire an Eigenaufnahmen zusammenstellen. Zahlreiche Künstler von Weltruf (u.a. Baklanoff, Grete Stückgold, Fritz Krauss, Alfred Piccaver, Petar Raitscheff, Heckmann-Bettendorf, Emanuel List, Georges Boulanger, Tino Valeria) wurden zum Teil exclusiv für die Aufnahmen auf Vox-Schallplatten verpflichtet. Doch die finanzielle Lage verschlechterte sich über die Jahre. Das Hauptverzeichnis 1924 der Vox-Musikplatten wies über 270 Seiten auf, das Hauptverzeichnis 1925 hatte noch über 210 Seiten, das Hauptverzeichnis 1926 nur noch 150 Seiten. Die Konkurrenz der großen, international verflochtenen deutschen Firmen war übermächtig, der technische Fortschritt war kostspielig und erforderte darüber hinaus die elektrische Neuaufnahme der veralteten akustisch aufgenommenen Platten. Angestrebte Kooperationen schlugen fehl. Die Weltwirtschaftskrise tat ein übriges: 1929 musste Vox vor der Konkurrenz die Segel streichen und Konkurs anmelden. Hermann Tietz übernahm für seine Kaufhauskette Hertie die Bestände an Vox-Matrizen und presste billige Schallplatten zum Kampfpreis von 95 Pfennig (der normale Preis war zu dieser Zeit 3 Mark). August Stauch verlor durch den Vox-Konkurs und andere fehlgeschlagene Investments in der Weltwirtschaftskrise sein ganzes gewaltiges Vermögen aus dem Diamantengeschäft, das ihn zeitweise zu einem der reichsten Männer in Deutschland gemacht hatte. Im Mai 1930 ließ sich sein früherer Partner und Vox-Mitbegründer Otto Klung die Markenbezeichnung “Televox” handelsgerichtlich eingetragen und machte später Anfang 1939 einen neuen Anfang mit der Televox-Schallplatten-Gesellschaft (Werbespruch: Ob Walzer, Tango oder Fox, Schallplatten nur bei Televox).
Besonder-heiten:Vox-Firmensignet im Art-Deko-Stil in allen vier Ecken, mit Faksimile-Unterschrift des Diamanten-Milliardärs August Stauch. Lochentwertet (RB).
Verfügbar:R 3
Erhaltung:EF
Zuschlag:50,00 EUR
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Aus der Auktion:
Förster'sche Maschinen- und Armaturen-Fabrik AG
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