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4. März 2022

38. DWA Live-Auktion jetzt online!

Liebe Sammlerfreunde, Es ist wieder soweit. In 5 Wochen findet unsere 38. DWA Auktion statt. Ab sofort können Sie die Lose auf unserer DWA-Webseite https://www.dwalive.de/de/DWA-Auktion-38/ einsehen. Termin: 7.4.2022 (12:00 h bis ca. 18:00 h) 1.396 Lose 74.578 EUR Ausrufsumme
 


Zur schnellen Orientierung nennen wir Ihnen hier das Inhaltsverzeichnis (in Klammern "ab Los."):
Ägypten (1), Argentinien (3), Belgien (12), Bulgarien (23), Chile (24), Costa Rica (25), Niederl. Antillen (26), Deutschland VOR 1948 (27), Deutschland NACH 1948 (461), Finnland (814), Frankreich (815), Griechenland (859), Großbritannien (861), Indien (868), Italien (870), Japan (873), Jugoslawien (874), Kamerun (875), Kanada (876), k.u.k.-Monarchie (878), Kongo (892), Lettland (893), Luxemburg (894), Marokko (895), Mexiko (896), Niederlande (898), Österreich (906), Paraguay (933), Philippinen (934), Polen (935), Portugal (937), Rumänien (939), Russland (943), Schweden (962), Schweiz (964), Spanien (971), Südafrika (977), Syrien (978), Tschechoslowakei (979), Türkei (988), Ungarn (989), USA (991), Vietnam (1371), Varia (1373).

Geboten werden kann wie immer traditionell per Post, per E-mail oder über die Schriftbieterfunktion auf unserem Online-Portal. Richtig spannend kann es aber natürlich auch mit der Live-Bieten-Funktion direkt während der Auktion werden. Wie das funktioniert finden Sie hier: https://www.dwalive.de/de/LiveBieten/

Für Fragen stehen wir Ihnen mit Rat und Tat gerne zur Verfügung.
Michael Rösler - Telefon +49-(0)5331-9755-21

N Ä H E R H I N G E S C H A U T - Hintergründe zu Wertpapieren
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Hintergründe und Historien zu historischen Wertpapieren bzw. den Unternehmen zu kennen sind zweifelsohne gewichtige Argumente für eine Kaufentscheidung. So mancher Titel klingt eher unspektakulär. Und doch verstecken sich oftmals hoch interessante Geschichten dahinter. Nicht nur bei hochpreisigen Stücken.

So kann man zum Beispiel die AG für hygienischen Lehrbedarf (Los 33) schnell übersehen. Mit der Historie verknüpft sich die Biografie von Karl August Lingner. Der Philanthrop und Unternehmer (1861 - 1916) ist besonders durch sein Engagement in der Bakteriologie bekannt geworden. Von seinem Freund Richard Seifert (Chemiker) erhielt er die Rezeptur eines Antiseptikums zur Vermarktung. In größerem Stil produzierte er daraufhin ein Mundwasser, dass er unter dem Markennamen "ODOL" vertrieb. Das Produkt fand reißenden Absatz - noch heute ein Schwergewicht unter den Markenprodukten. Aus Lingners 1892 gegründeten "Dresdner Chemische Laboratorien Lingner" wurden 1912 die "Lingner Werke". Die AG für hygienischen Lehrbedarf ist mit dem Schaffen Lingners verbunden. Gegründet wurde die Gesellschaft 1923 zwecks Fortführung der Lehrmittelwerkstätten des Deutschen Hygiene-Museums GmbH und des Pathoplastischen Instituts GmbH in Dresden. Die Gründung des Deutschen Hygiene-Museums (1912) geht auf die Initiative Lingners zurück. Er war 1911 einer der Mitgestalter der I. Internationalen Hygiene-Ausstellung, zu der über 5 Mio. Besucher nach Dresden gekommen waren. Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, trug das Museum während der Weimarer Republik mit seinen allgemeinverständlichen Präsentationsformen maßgeblich zu einer Demokratisierung des Gesundheitswesens bei. Nach 1933 wurde das volksaufklärerische Gedankengut des Museums in den Dienst der nationalsozialistischen Rassenideologie gestellt. Während der DDR-Zeit nahm das Museum eine vergleichbare Aufgabe wahr, wie in der BRD die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Eine spannende Geschichte, nicht wahr? Mein Biet-Tipp, wenn Sie sich auch für wirtschaftshistorische Hintergründe interessieren!

Sie alle kennen vermutlich den heute größten Busunternehmer Greyhound-Lines, der nach eigenen Angaben 3.800 Ziele in Nordamerika bedient und 8.400 Mitarbeiter beschäftigt. Mit über 1.250 Bussen werden heutzutage pro Jahr 22 Millionen Fahrgäste im Überlandverkehr befördert. Kennen Sie auch American Motor Transportation? Schauen Sie sich gerne einmal Los 998 an. Damals, in den 1920er Jahren, war es ein Konkurrent der "Greyhounds" - und die Firma kann für sich in Anspruch nehmen, die ERSTE transkontinentale Busverbindung (von San Francisco nach New York) geschaffen zu haben. Das Unternehmen wurde 1927 von Buck Travis gegründet durch Fusion kleinerer Vorgänger. Die AMT ließ die Busse unter dem Namen "Pioneer Yelloway Stages" fahren. Ein weiterer Mitbewerber von AMT waren übrigens die "Pickwick Stages", die Ende der 1920er Jahre das größte Intercity-Buslinien-Netz der USA betrieben. Greyhound, bereits 1914 gegründet, war jedoch auch zu etwa der gleichen Zeit auf Wachstumskurs - und ziemlich finanzkräftig. Bereits 1929 kaufte es das Pioneer Yelloway System der AMT auf und bei der Gelegenheit auch gleich noch die Pickwick Corporation. Damit waren die beiden großen Konkurrenten vom Markt und Greyhound auf einen Schlag unumschränkter Beherrscher des Marktes. Auch eine spannende Geschichte, wie ich finde. (Ich kann hier und heute schon mal eine "Greyhound Aktie" für die Juli Auktion ankündigen).

Als drittes (und letztes) Beispiel sei die Deutsche Grammophon-AG (Los 101) aus Leipzig-Wahren erwähnt. Immer wieder eine schöne Geschichte! Nicht jeder Sammler ist Musikliebhaber und beachtet den Schallplatten-Hersteller (auch Musikautomaten, Spieldosen, Orchestrions) nicht weiter. Schallplatten? Ja, aber eben auch Automobile. Und das ist das Kuriose. Um sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, begann man 1904 mit der Lizenzproduktion des Polymobil "Gazelle" nach dem Curved Dash Oldsmobile Runabout von Oldsmobile. Ab 1909 wurden die neuen Modelle E12 unter dem Namen Dux verkauft, aber weiterhin unter der Angabe "Polyphon Musikwerke, Abteilung Automobilbau". Weitere Modelle folgten. Die Geschäfte verliefen sehr erfolgreich, so dass es 1916 zur Gründung der Dux-Automobil-Werke AG als selbständiges Unternehmen kam. In der wirtschaftlich schwierigen Phase nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte 1918/1919 der Zusammenschluss mit Presto, Magirus und Vomag zum Deutschen Automobil-Konzern (DAK). Dux und Presto produzierten innerhalb des Konzerns die Pkw-Modelle, wobei Dux die gehobenere Käuferschicht ansprechen sollte. Dux war jedoch wenig innovativ und versäumte es außerdem, kleinere Modelle für eine breitere Käuferschicht anzubieten. Somit scheiterte es an einer falschen Modellpolitik. Schließlich kauften 1926 die Chemnitzer Presto-Werke die Dux-Automobil-Werke AG auf und die Marke Dux verschwand. Presto selbst wurde 1928 von der Neue Automobil Gesellschaft (N.A.G) übernommen, dann 1930 Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Büssing-NAG Vereinigte Nutzkraftwagenwerke AG. Presto also PKW-Produzent kam 1934 zur Auto-Union, während das ehemalige Dux-Werk bei Büssing-NAG verblieb. Diese Geschichte hat doch was, wenn man bedenkt, dass sie mit Schallplatten angefangen hat.

Herzliche Grüße
Ihr
Michael Rösler


 



 

Aus der Auktion:
Bitterfelder Louisen-Grube Kohlenwerk- und Ziegelei-AG
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